18.04.2019

ich kriege heute überhaupt nichts hin u.a. weil wir gestern bei einer weinprobe waren. eigentlich wollte ich erst keinen wein weil es süßer wein von der mosel war und ich meine süßer wein naja aber dann habe ich mich doch breitschlagen lassen weil der wein von einem bekannten ist und wegen gruppendynamik. es war dann auch die richtige entscheidung weil es absurd gewesen wäre in der kneipe zu sitzen ohne mitzutrinken, weil fast alle in der kneipe haben mitgemacht und nach der zweiten probe war es auch egal dass der wein süß war und dass ein anderer typ in diesem rheinland pfälzerischen dialekt wo ch und sch laute vertauscht werden relativ monoton random fakten über die weine erzählt, nach der dritten probe finde ich das richtig süß wie er da erzählt, insgesamt gab es sechs proben.

der wein war von der wirkung ein bisschen wie sekt, die stimmung also insgesamt gelöst auf so alberne art, wir waren zu viert und hatte einen richtig netten abend wie wir wohl sagen würden wenn wir 40 wären, obwohl gerade jeder auf seine art eine eher diffuse bis schwierige phase durchlebt, der rückweg hat ein bisschen an sommer erinnert. dann konnte ich aber nicht gut schlafen und wache absurder weise um kurz vor sieben auf und halte mich und die welt unausgeschlafen nur schwer aus

das wetter ist leider wunderschön und als ich durch die stadt laufe finde ich alles um mich herum so dermaßen furchtbar dass es schon lustig ist, ich komme 0 darauf klar wie alle almans plötzlich ihr eis abschlecken als wäre es ein gesetz dass man ein eis kaufen muss sobald die sonne rauskommt. insgesamt springt einen durch das klare licht alles so übertrieben schamlos an, gesichter hinter sonnenbrillen, komplementärfarbene tshirts mit kursivschrift, irgendwelche neuen läden wo dudes draußen vor rumchillen und aus pappschalen salat essen es macht mich heute alles fertig

ich kriege eine innerliche krise als eine frau mich gierig wegdrängelt bei aldi weil sie so geil ist auf den grünen spargel für 1,79€ aber selbst um dieser frau mit igelfrisur im übergroßen lila-verwaschenen shirt konfrontierend gegenüber zu treten bin ich heute zu schwach, ich beende den einkauf so schnell wie möglich und widme mich dann der letzten tagesaufgabe, die ich mir zutraue, nämlich ein restaurant zu reservieren für ostermontag. nachdem es bei dem das ich wollte nicht klappt verlässt mich jeglicher verbleibende mut und ich reserviere in einem was wirklich hässlich ist, aber einfach auf dem rückweg liegt, ich bekomme schon leichte depressionen als ich es verlasse und mir vorstelle wie wir dann da drin sitzen und über meine zukunft geredet wird wahrscheinlich. zum glück bringt mich jemand bei twitter auf eine andere idee und ich reserviere um, schöne ostertage, sagt der mann am anderen ende der leitung, ich sage gleichfalls danke und glaube ich klinge freundlich am telefon

PS ich habe diesen beitrag schon gestern eigentlich veröffentlicht aber anscheinend ist was schief gelaufen, deswegen erst jetzt ich sehe mittlerweile vieles ganz anders

16.04.2019

gestern hat notre dame gebrannt und ich hab kurz geweint, allerdings hormonell getriggert, eigentlich ist mir die kirche egal.

aus einem weirden gefühl von vielleicht kondolenzverhalten heraus und weil mir 1 tweet dazu zu dumm ist, ich mich aber trotzdem drüber austauschen will, schreibe ich p., der seit freitag wieder in paris ist, dass die bilder wirklich traurig aussehen, er findet es verrückt, schreibt er, wir telefonieren kurz und reden müde aber merkwürdig sachlich über alles.

stay sexy sagt j. jetzt manchmal zur verabschiedung, kleine momente in denen ich ihr gegenüber sowas wie verbundenheit fühle.

14.04.2019

gestern morgen gedacht: wie schön, es regnet weiße blütenblätter vom kirschbaum im nachbargarten. es war dann schnee, der sich, im weiteren verlauf des tages sturmartig und fast minütlich mit der sonne abwechselnd, genau wie die temperaturen unter 0 grad insgesamt absurd anfühlte aber auch irgendwie gemütlich und komplett passend in meinen stimmungskanon.

wie immer ist die grundfarbe auch dieses wochendes ~zuhause~ ein bisschen nostalgisch angefärbt, aber das ist wohl einfach so. ich konzentriere mich auf dinge erledigen, lesen, fernseh und ansatzweise effektive anti-pms-maßnahmen (ibu), was okay funktioniert.

heute habe ich zwischenzeitlich unverhoffte feelings des optimismus in mir, ich denke zb dass es noch viel zu sehen gibt auf der welt aber auf so wahrhaftige art.

während ich das tippe furzt der pickelige junge mir gegenüber im RE heftig, das holt mich wieder bisschen auf den westdeutschen boden der tatsachen zurück. wir befinden uns höhe duiburg hbf, wo die tatsachen im allgemeinen eindruck hinterlassen.

09.04.2019

über allem flattert heute das gefühl dass sich die welt in 1 mürrischen stimmung befindet.

den moment verpasst rauszugehen, plötzlich alles dunkel und regen. weite teile des nachmittags in deswegen unzufriedener prokrastination verbracht. immerhin bisschen gelesen und etwa eine seite geschrieben.

neben anderen dingen zuckermais im glas gekauft, die hat l. früher manchmal gehabt, ich vermisse l.

es ist ein tag an dem es mich fertigmacht wie der mann vor mir an der kasse kurz vor der verwahrlosung steht, man sieht ihm an, dass er bis vor wenigen jahren (oder monaten?) ein halbwegs geordnetes leben hatte, er bedankt sich freundlich bei der kassiererin, als sie ihm das rückgeld für seine kleine flasche schnaps gibt, die er bis zum bezahlen in seiner dreckigen hand versteckt.

entscheidungen fällen als bräuchte man dafür nur eine axt und bisschen bizeps und vielleicht ein kariertes hemd für den look, als würden entscheidungen schon rumstehen in irgendeinem wald. das tun sie nicht, es ist nur ein sehr deutsches, irgendwie peinlich maskulines sprachbild. entscheidungen fällen.

05.04.2019

ich treffe eine person, die ich über ein jahr nicht getroffen hab, das war vorgestern. wir sitzen uns im café gegenüber und fragen uns irgendwas, wie man das so macht, dann entsteht diese eine sekunde zu langes schweigen und wir müssen lachen, wahrscheinlich weil es so dumm ist wie wir da sitzen. ich glaube dieses lachen war die einzige möglichkeit, die absurdität, die wir eventuell beide den dingen gegenüber empfinden, zu artikulieren, danach reden wir weiter, aber entspannter, die leute neben uns am tisch hören zu, ich hätte uns auch zugehört.

am ende zahle ich 3,70€ für ein ikeaglas voll langweilige „traubensaftschorle“, ich rechne in d-mark um, durch den regen ein paar schritte nach hause, es ist kalt. menschen lachen und dann sind sie tot, dieser satz geht mir seit tagen nicht aus dem kopf und ich weiß nicht mehr, woher er kommt.

donald draper (ich bin wieder drin in mad men) fährt mit seiner affäre im auto richtung strand, nacht, beide komplett besoffen, sie schaut aus dem fenster und sagt seufzend wie schön das doch alles ist, der moment, er guckt geradeaus und sagt nach einer kurzen pause so weird lächelnd: i don’t feel a thing.

meine hautärztin attestiert mir über das telefon eine leichte anämi-hie, sie sagt es so flötend, es klingt wie eine sonate 19. jahrhundert, ok coo-hool, will ich zurückflöten, danke für die inf-ho.

die tage reihen sich aneinander, sind ausgefüllt oder merkwürdig schwammig, lustig und absurd, bedeutungslos und schön, wie tage eben sind.

31.03.2019

heute ein tag an dem ich alles schreiben könnte und gleichzeitig nichts, der fokus fehlte so vollkommen. verkaterte dünnhäutigkeit all over.

„die deutschen essen immer eis“ sagt p., wir laufen über den flohmarkt, ich bin wahnsinnig überfordert und orientierungslos, frage mich warum ich überhaupt das haus verlassen habe, man weiß ja mittlerweile ganz gut was an einem der frühen sonnigen sonntage des jahres auf einen einprasselt an menschenbildern. und dann auch noch über einen flohmarkt gehen, es grenzt eigentlich an selbstkasteiung, nur zu welchem zweck? dümmlich in die sonne blinzeln.

in der nacht wird mir nicht nur eine stunde zeit, sondern auch ein buch geklaut. das buch, was ich gerade lese und beim frühstück weiterlesen wollte. ich suche überall, finde dann einen zettel auf dem tisch, sie hofft es sei OKAY dass sie es mitgenommen hat, sie konnte nicht aufhören, ich stehe bestimmt zwei minuten nur so rum, starre auf den zettel und empfinde abneigung. wer macht denn sowas.

 

 

 

28.03 2019

das spannende an literaturveranstaltungen: sie sind das gegenteil jeder literaturwissenschaftlichen prämisse. der oder die autorIn ist nicht tot, er oder sie muss lebendig sein, muss performen, muss präsenter sein als das werk, muss geil twittern, muss irgendwas verkörpern, muss interessant sein und schlagfertig, witzig und entertainend. die werke sind am besten autobiografisch, oder zumindest autobiografisch durchsetzt. erst dann, denke ich, als sich bei der lesung gestern christoph daum an mir vorbei durch die reihe quetscht, scheint das ganze seine berechtigung zu haben. im saal riecht es abwechselnd nach fritteusenfett und schwefeligem atem, jemand hat hunger.

„in letzter zeit bin ich oft still“, sagt l. nach der lesung, wir beobachten das aus der location herauströpfelnde literaturpublikum, jetzt um eine signatur des autors reicher. „wenn jemand mit mir spricht, weiß ich einfach nicht was ich dazu sagen soll.“

26.03.2019

aus zeitvertreibsgründen laufe ich unweit der arbeit durch eine gegend dieser stadt in der ich noch nie war, frische luft, denke ich, das ist doch meistens ganz hilfreich.

nach etwa einem kilometer, der weg führt vom grüngürtel, der an dieser stelle nicht grün, sondern laut und befahren ist, weg, komme ich in etwas an, was man wohl wohngebiet nennt. menschen sehe ich nur in kombination mit ihren hunden, sie scheinen ausschließlich für ihre hunde zu existieren und rufen nach ihnen mit kindernamen, justus will nicht hören. justus. die atmosphäre in dieser gegend ist klinisch aber auf inkonsequent, alle treppenförmig gebauten häuser sind weiß, dazwischen eine straße gepflastert mit diesen platten, wie sie es eigentlich nur noch im osten gibt, hier und da liegt kinderspielzeug in vorgärten, alles wirkt wie eine mischung aus ard tatort und kaserne, wie ein versuch zu leben. ob die leute hier eher arm oder reich, alt oder jung, glücklich oder traurig sind, bleibt in der belanglosigkeit der merkwürdig charakterlosen gegend unklar.

schließlich komme ich in eine art parkanlage, die an das wohngebiet grenzt, vollkommen deplaziert steht dort ein rundes gebäude mit einer kuppel und einem brunnen in der mitte, an den seiten furchtbar hässliche plastiken von kindern. hunde würden eher passen, denke ich.

ach dem ersten weltkrieg sei das hier die mustergestaltung eines volksparks gewesen, lese ich gelangweilt auf einer infotafel, im ersten dann alles kaputt und wieder zusammengesetzt, der volkspark. dann gehe ich wieder, weil schon wieder ein hund kommt, an ihm dran seine besitzerin.

als ich später mit entsprechend trüber laune im konzertsaal sitze, der grundfarbton der frisuren um mich herum ist grauweiß, passiert etwas schönes. die musik, eine obonistin, die immer rosa anläuft beim spielen und ein streichquartett, spielen mich komplett aus der blässe des tages heraus und ich vergesse mich für eine in ihrer länge angenehme zeitspanne selbst.

25.03.2019

seit j. im eisladen um die ecke arbeitet erzählt sie mir immer unaufgefordert, wie viel geld sie gemacht haben. heute waren es 62€, gestern 1000€. alles wetterabhängig, sage ich, ich hasse mittelklasseleute, sagt j., wie immer verlaufen unserer konversationen unkohärent aber situationskomisch.

nach schleppendem weekend auf basis wiedergekehrter energie bleiben endlich wieder bilder hängen:

-regenbogen aus 17. etage

-während live radiosendung läuft im schaltraum auf einem bildschirm neben der fensterscheibe zum studio lautlos ntv, es geht vermutlich um fettiges essen und die risiken fettreicher ernährung, dynamischer schnitt, pommes, schnitt, ein großer klumpen gelbliche masse (es sah nach reinem fett aus) wird in eine fritteuse geschmissen, schnitt, menschen in patientenleibchen in einem fast food restaurant, sie essen absurd hoch gestapelte burger in der anwesenheit eines arztes, es sieht insgesamt alles widerlich aus, untermalt werden die bilder von mozart, um den geht es in der radiosendung

-bei hart aber fair geht es um klimaschutz, neben lanz und der umweltministerin ist ulf porschardt eingeladen und redet über seinen sportwagen: das auto, verbessert er die 23-jährige luisa neubauer, sei nicht postmodern, es sei modern

-das wetter, sagt claudia kleinert in ihrer abgeklärten, sicherheit vermittelnden art, bleibt noch eine weile richtig märz und es klingt, als wäre ein wetter was richtig märz ist, vollkommen selbstverständlich

22.03.2019

vorgestern kalendarischer frühlingsanfang, gestern vollmond, ich bin durchgehend müde und durchlässig für vieles, trotz des mantras, sich den vibe nicht nehmen zu lassen. außerdem intensive träume, vorgestern nacht hatte ich ein baby, gestern nacht ging es um butter, gedanklich insgesamt leicht abgekapselt von allem. es ist eine komische woche.

„alles existiert, alles verlangt zu existieren, und so fallen mitunter stark gefühlsmäßig aufgeladene situationen zusammen, und ein schicksal nimmt seinen lauf“ denkt der protagonist in serotonin, ich lese den satz heute morgen zum kaffee und denke sehr simpel: ja.

 

 

 

19.03.2019

du machst eine dinnerparty und du kannst sieben leute einladen, wen du willst, auch leute die tot sind. wen lädst du ein, fragt mich j. gestern mit nach wie vor süßem akzent. ich sage erst nichts, weil häufig stellt sie mir fragen um sie dann selbst zu beantworten (sie: wie findest du bonn? ich: ja naj- sie: ich liebe bonn), ich finde das stimmungsabhängig lustig oder wahnsinnig nervig. weil sie ausnahmsweise wirklich eine antwort von mir erwartet sage ich dass ich bedenkzeit brauche und finde das alles bisschen blöd, heute fragt sie wieder, es scheint ihr ernst zu sein, ich habe jetzt drüber nachgedacht:

angela merkel, meinen opa mütterlicherseits, hildegard knef, jürgen klopp und noch drei freunde damit es nicht so awkward wird weil sich keiner kennt.

ich gehe jetzt morgens immer an einem café vorbei in das ich sonst nie gehe weil es so ultrahip ist und es dort kaffeezubereitungen gibt die mir nichts sagen, außerdem sind die besitzer blasierte bärtige kaffeekenner. aber jetzt gucke ich immer in das fenster und ein paar leute gucken hoch von ihrem laptop oder büchern und es sieht so gemütlich aus, ich freu mich schon drauf wieder zeit zu haben, dann werde ich mich zu ihnen setzen, eine kunstvolle kaffeezubereitung trinken, an meinen „projekten“ arbeiten und leute die am café vorbeirennen um ihre festanstellung beneiden.

18.03.2019

DEN VIBE VERTEIDIGEN, darum gehts, sagt C. wir trinken mehrere liter salbeitee dabei und hinter uns liegt ein montag, der endlich wieder sonnenlicht zu bieten hatte und auf angenehme weise müde gemacht hat. manchmal ist es easy.

17.03.2019: gedicht „björn“

du warst niemals
radikal
jetzt bist du
beim kulturjournal

hier kannst du
labern lesen loben
im sakko
filz am ellenbogen

wen das erreicht
das fragst du dich
nur manchmal
heimlich
& es sticht

denn björn ahnt
& das ist krass
kulturjournal
ist klassenhass

16.03.2019: seen

ich tauche aus diesem see der nostalgie diese woche immer nur kurz auf, kopf noch halb unter wasser, alles schwappt in wellenförmigem gleichmut dahin. zwischendurch das gefühl, mir selbst beim zusammenkehren der letzten reste vermeintlich unbeschwerter jugend zuzusehen, viele gedankenspiralen winden sich ums älterwerden. es ist wahrscheinlich so: erste male werden rar und irgendwann sterben sie ganz aus, die intensität des erlebens verliert leuchtkraft, glimmt noch ein bisschen vor sich hin und erlischt irgendwann, das ist es dann. ich finde die vorstellung beruhigend und furchtbar gleichzeitig.

vielleicht aus dieser stimmung heraus am freitagnachmittag auf nachhauseweg den plötzlichen impuls gehabt spanish sahara von foals zu hören, seit jahren, instant gänsehaut, es ist eigentlich wahnsinn wie sich diese bestimmte anordnungen akustischer elemente irgendwo reinbohrt und immense feelings triggert, man muss dafür bereit sein. bei spanish sahara ist es portugal mit f., spaghetti mit erdnusssoße, wir fahren moped durch hinterland der algarve und alles ist so weit und offen, zukunft eigentlich nur ein begriff. irgendwann kommen wir an einen see und sagen in meiner erinnerung lange nichts und gucken nur, glücklicherweise machen wir ein sentimentales foto für facebook (lol).

als ich heute gezwungen durch einkauf das haus verlasse wirkt alles wie eine einzige depression, das licht ist farblos, die straßen unnatürlich leer für einen samstag, es ist als hätte einfach niemand lust, den öffentlichen raum zu füllen, oder es war fußball vielleicht. forget the horror here/ leave it all down here/ it’s future rust and it’s future dust singen foals

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14.03.2019

„paris war wie alle städte gemacht, um einsamkeit zu erzeugen“ schreibt houellebecq in serotonin, an den satz muss ich denken als ich heute morgen aus dem bus heraus eine junge frau beobachte, kapuze mit fellapplikation bis zu ihren zeitaufwendig gestylten augenbrauen tief ins ausdruckslose gesicht gezogen, an der haltestelle den kopf an die glasscheibe gelehnt und zigarettenrauch ausatmend, so als würde sie versuchen alles auszuatmen, was an diesem tag noch auf sie zukommt, der rauch hüllte ihren kopf noch eine weile ein, dann fuhr mein bus weiter.

es ist ein wiederkehrender gedanke, den ich habe, dass es die stadt, diese und jede andere, auf dauer nicht sein kann, sie multipliziert alles auf unnatürliche art und weise, die schönen und die traurigen tage und sie ist immer zu viel da.

ein mann mit einem gesicht, bei dem man sich nicht mehr vorstellen kann, wie es mal als kind aussah, hat mir heute über mehrere minuten hinweg monologisch erklärt, warum gendergerechte sprache den mann benachteiligen würde, überhaupt, warum die diskussion, wenn jemand „die menschheit“ sagen würde, würde er sich schließlich auch angesprochen fühlen.

„die gesellschaft ist eine maschine zur zerstörung der liebe“ lässt houellebecq seine figur im selben kapitel denken. ansonsten war es ein nasser tag mit trockenem humor und zukunftsträchtigen momenten.