19.11.2019

grauer schlick aus zigarettenstümmeln, dönerresten, alkohol und urin war das, was am feuchtkalten 11.11. auf und um die zülpicher straße herum den asphalt bedeckt und über das schutzblechlose hinterrad meines fahrrads in einer geometrischen kurve von hinten an die jacke gespritzt wurde. vielleicht klebte in den sprenkeln schon irgendwo der virus, der mich jetzt seit sonntag niederstreckt, sowas denke ich, als ich den dreckigen, mit daunen gefüllten stoff vorgestern endlich in die trommel der waschmaschine stopfe.

dazwischen kleben einige erlebnisse innerhalb eines dermaßen grauen und kalten novembers, der aufgrund des 100%igen eintretens aller befürchtungen (klimatisch & privat) selbst nur noch meme ist. keine angst, nach der – trotz viel zuspruch gefundenen und, wie es wordpress nennt, jeder menge traffic hervorgerufenen – veröffentlichung des letzten beitrags war mir über mehrere tage schlecht, weswegen ich die besprechung wie immer gearteter internetphänomene oder eines anderen verallgemeinernden, einer ~generation~ in den mund gelegten ~zeitgeists~ in zukunft zumindest auf diesem blog vermeiden werde. stattdessen konzentriere ich mich weiterhin ganz auf die subjektive auserzählung meiner eigenen kleinen unwichtigen befindlichkeiten. popkultur wird cringy, sobald man drüber schreibt.

krank sein also, das fällt mir wieder auf, ist wie eine lang ersehnte me-time. es ist nur schade, dass man dabei krank ist. ich habe zeit, höre podcasts über ernährungskompässe, lese endlich thomas melles welt im rücken, und schaue mir rezepte an, die ich kochen kann, sobald ich wieder appetit habe.

mein zustand macht in kombination mit dem dauerregen, dass die erinnerungen an ereignisse während der letzten wochen aufweichen und nur manches kontur gewinnt. im fiebrigen delirium und mit merkwürdiger, katharsischer distanz denke ich an vivien goldmans kehlkopfentzündung, an tampons im az, daran wie schön auflegen ist, an S., an fransige aber schöne gespräche mit L., an tiefe dankbarkeit für diese und andere freundschaften, oder an P., der mir vorm konzert der angesprochenen goldman – wir stehen draußen – von seinem berufsalltag bei meiré und meiré erzählt. die oculus rift brillen, meinte er, liegen da einfach so rum. ich hatte ihn bestimmt zwei jahre nicht gesehen.

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