08.08.2019: ruhrgebiet

heute einen text von bonnie a. nardi – why we blog gelesen. so wie fast alles was ich bisher an wissenschaftlichen texten über narrative genres im internet gefunden habe klingt auch der irgendwie altbacken. insgesamt spannt sich über dieses ganze blog schreiben ding so ein feiner narzissmusfilm in retrolook; individualismus auserzählt, das eigene kleine leben narrativ kohärent wirken lassen, ich finde das gerade alles mal wieder komplett schwachsinnig.

bei langen abendspaziergängen durch den sommerfarbenen, ehemals von zeche geprägten vorort strahlen die hausfassaden die während des tages angesammelte wärme ab;

ich streife im sonnenuntergang mit den angenehm distanzierten gefühlen einer touristin an trashig-süßen schaufenstern und hässlichen vorgärten vorbei über die noch nicht eröffnete kirmes, auf der ich früher gebrannte mandeln gekauft oder plüschtiere gewonnen habe und finde es so mystisch, dass ich wahrscheinlich filmreif vorm menschenleeren autoscooter stehen bleibe, natürlich der autoscooter, irgendwo zwischen warmer nostalgie und absoluter befremdlichkeit bleibe ich da kleben. der osten des westens, so nennt jemand heute auf twitter das ruhrgebiet, der schwan baumelt fast reglos am kettenkarussell.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s