30.05.2019

wir wollen eigentlich zu nobiko gehen, aber dann haben wir beide keinen hunger und trinken ein bier bei M. in der wg-küche, die zu großen teilen aus leergut besteht. ich fühle mich auf subtile weise alt, also nicht so richtig, aber ich denke dass es nicht mehr lange dauert bis ich mich in solchen wg-küchen alt fühlen werde.
es ist feiertag, ein donnerstag mit sonntagsallüren, wattige, graue wolken verkleben den himmel, nehmen ihm seine weite, die stimmung ist niedergeschlagen: „an so einem tag kann man sich garnicht gut fühlen“, sagt M. und deutet durch das schmutzige oberlicht des küchenfensters dahin, wo sie die wolken vermutet. ich finde das erst bisschen platt, also schlechtes wetter gleich schlechte laune, aber heute ist es wohl einfach so, der tag lässt in seiner ganzen machart keinen raum für positivität, ich stimme zu, draußen besaufen sich männergruppen.

im anschluss laufen wir noch ein bisschen durch kalk und reden, irgendwann kommt die sonne raus, als wir uns verabschieden sagen wir beide dass es uns besser geht als vorher und meinen es. auf dem nachhauseweg riecht es an überdurchschnittlich vielen stellen der in flieder-blau-oranges abendlicht getauchten stadt nach nudelgerichten mit tomatensauce, zum schluss kämpft sich der tag nochmal raus aus seiner lethargischen mattheit, sowas denke ich und laufe ein paar extrarunden weil ich so lust habe auf laufen und musik.