25.05.2019

erkältung und exegese, alles schmeckt seit tagen nach einer mischung aus nichts und träne. über eine treffende beschreibung meines derzeitigen und eigentlich auch eh irgendwie konstanten lebensgefühls stolpere (was für eine komische wendung, aber ja) ich in einem wissenschaftlichen aufsatz über digitale dissoziation. darin wird luhmann zitiert, der kleine freak, er benennt den „entgrenzten menschen“ und bezieht sich damit sogar noch auf prädigitale zeiten.

vor ein paar tagen laufe ich durchs viertel und kann mich für kein café entscheiden (klassisches überangebot der möglichkeiten), als ich dann endlich in einem sitze lese ich also von diesem entgrenzten menschen, dessen durch den wahnsinn der moderne eh schon durch und durch kontingentes leben durch die digitalisierung noch potenziert würde, digitalisierungsbedingte subjektspaltung so heißt es an einer stelle, ich fühle das, denke ich, am selben tag zerstört youtuber rezo die cdu und auch sonst überschlagen sich kurz vor der europawahl medial die eher erfreulichen ereignisse.
tyler, the creator bringt die geschehnisse des gestrigen tages mit einem tweet maximal poetisch auf den punkt: theresas gone, i’m back.

hinter mir im café erklärt eine junge frau mit lautem organ warum sie wifey material ist, „lol“ kommentieren zwischendurch ihre freundInnen.