20.05.2019

begonnen hat das hier aus einer klebrigen, sentimentalen schwulität, nämlich der sehnsucht danach, die tage nicht einfach so vorbeiziehen zu lassen, sondern zu versuchen etwas kleines in jedem festzuhalten, durch ein paar sätze. es stellt sich heraus dass das nicht ganz funktioniert: es sind zum einen einfach tage dabei, die eben so vorüberziehen, ohne, dass es möglich wäre, die fülle der gedanken oder des geschehens in ihnen mithilfe von worten zu filtern. noch häufiger ist es so, dass einfach nichts passiert, dem man genug bedeutung schenkt, um es aufzuschreiben. und am häufigsten, wie C. es hier sehr präzise macht, ist man selbst einfach nicht in der lage zu schreiben. das hat dann unterschiedliche gründe, bei mir ist es oft die blanke angst, in einen larmoyanten pathossumpf zu rutschen oder es kommt einem alles zu banal vor oder man hat nebel im hirn und findet keinen fokus, so wie heute.

am wochenende beobachte ich aus dem augenwinkel wie österreich brennt, sonst gucke ich in sattgrüne bäume, die westdeutschland so prall wirken lassen, gut genährt, festlich gekleidet; in diverse gesichter, unterschiedliche bildschirme und weniger bücher als geplant. der regen fühlt sich durchweg richtig an.

heute fahre ich zurück nach köln und finde vieles was auf der strecke durch das pulsierende bundesland nordrhein-westfalen in mein blick-, geruchs- und hörfeld gelangt überdurchschnittlich belastend.