29.04.2019: hunde

heute vermehrt darüber nachgedacht warum ich hundehaltung nicht mag und damit meine ich nicht hunde an sich, hunde sind normale tiere mit ihren naturgegebenen hundespezifischen eigenschaften, die insgesamt ok sind.

was ich meine ist der umstand wie menschen mit hunden sind, also herrchen und frauchen mit ihrem haustier und die tatsache dass wenn ich spazieren gehe ich immer das gefühl habe dass menschen ohne hund gar nicht mehr existieren. ich komme mir fast ausgeschlossen vor auf der straße, weil ich zur minderheit gehöre ohne leine zum dran festhalten und ein tier was mir zuhechelt. das bild von der/dem hundehalterIn die/der stehen bleiben muss weil das tier pinkelt oder kackt und in letzterem fall holen sie dann diese orangenen tütchen raus und dann gucke ich immer weg weil es schon eigentlich abartig ist, ich frage mich immer ob es dann noch so warm ist in der hand? wahrscheinlich hat meine aversion diverse gründe, mir fallen spontan drei ein:

erstens die soziale prägung, familienintern hatten wir nie einen hund, meine mutter hat übertrieben angst vor hunden und von meinem vater ging auch eher skepsis ihnen gegenüber aus, er hat das nie gesagt, aber ich habe das gespürt, ich glaube er ist eher der katzentyp.

der zweite grund ist dass ich mir sicher bin dass sich die meisten hundehalter denen ich entgegen komme ohne zu zögern gegen mich entscheiden würden. wenn es plötzlich, bei einem abendlichen spaziergang, zur apokalypse käme und der asphalt bröckeln würde in einer straße in der nur 1 herrchen mit seinem hund spazieren geht und ich; wenn also unter uns die hölle aufgehen würde und wir uns auf die letzte laterne retten müssten, die aber nur ein bestimmtes gewicht hält, dann würden die meisten hundehalter sich selbst retten und den hund und mich ohne zu überlegen runter in die heiße lava schubsen, da bin ich mir sicher. hundehaltermenschen lieben ihren hund in den meisten fällen mehr als andere menschen, man spürt es. wahrscheinlich summt in meiner abneigung also ein bisschen neid mit, zu einer spezies zu gehören, die nicht so unkonditionale liebe erfährt wie hunde und deswegen unter umständen den kürzeren ziehen würde.

der dritte grund ist simpel und zwar dass es eine billige kompensation von gefühl ist. hunde geben einem liebe sofern man sie nicht verhungern lässt und zwischendurch mit ihnen vor die tür geht und sie mal tätschelt, mit so wenig input funktionieren nicht mal sehr asymmetrische paarbeziehungen. es ist die komplette projektion mangelnder empathie hinein in zwei hechelnde augen und einen wedelnden schwanz, über die man in perverser art und weise macht besitzt.

ich finde blindenhunde super und es ist auch toll wenn alte einsame menschen einen hund haben oder wenn man auf dem land lebt und auch noch hühner hat zb, dann ist es stimmig und das tier hat irgendwie eine funktion und vor allem platz. aber großstadtexistenzen die sich einen hund anschaffen, das ist immer irgendwie komisch, mal mehr mal weniger, meistens mehr.

natürlich würde ich hunde auch lieben, wenn ich einen hätte, es ist vielleicht so wie heimwerken, man findet es peinlich bis man es selbst macht. aber mich stört so viel an dem konzept, ich kann es mir nicht vorstellen, weder heimwerken noch hunde.