23.04.2019: precious

C. meint man müsste sich selbst und seine stimmungen rausnehmen, ichauflösung, dann würde es einfacher gehen mit dem schreiben. er hat gerade ähnliche probleme wie ich tagebuchmäßig was ins internet hineinzudreschen und es nicht eine sekunde später banal zu finden.

ich hab drüber nachgedacht, aber leider kann ich das glaube ich nicht, also die ichauflösung, weil wenn eins sicher ist, dann dass ich die dinge immer durch meine stimmungen hindurch wahrnehme und das entscheidend ist fürs aufschreiben. außerdem interessiert es mich selbst auch nicht wenn jemand nur beschreibt wie grün das gras ist ohne in die komplette synthese mit seinem inneren zu gehen schließlich sind wir hier ja in der hypermoderne und das individuum ist das EiNzigSte wAs zÄhLt

langweilig: das gras war heute leuchtend grün und kurz geschoren.

interessant: ich gehe in einem leichten anflug von vormittagseuphorie in den park wo ich mich auf eine bank draufsetze und auf das frisch gemähte gras glotze als würde es mir was erzählen. ich denke an meinen alten klassenlehrer der immer kurz geschorene haare hatte, immer dieselbe länge, wahrscheinlich hatte er eine haarschneidemaschine zuhause, ich glaube er war oft einsam.

in meiner straße klebt seit tagen ein stück klebestreifen auf dem bürgersteig, auf dem mit filzstift precious geschrieben steht, ich freue mich immer, wenn er am nächsten tag noch da klebt.