05.04.2019

ich treffe eine person, die ich über ein jahr nicht getroffen hab, das war vorgestern. wir sitzen uns im café gegenüber und fragen uns irgendwas, wie man das so macht, dann entsteht diese eine sekunde zu langes schweigen und wir müssen lachen, wahrscheinlich weil es so dumm ist wie wir da sitzen. ich glaube dieses lachen war die einzige möglichkeit, die absurdität, die wir eventuell beide den dingen gegenüber empfinden, zu artikulieren, danach reden wir weiter, aber entspannter, die leute neben uns am tisch hören zu, ich hätte uns auch zugehört.

am ende zahle ich 3,70€ für ein ikeaglas voll langweilige „traubensaftschorle“, ich rechne in d-mark um, durch den regen ein paar schritte nach hause, es ist kalt. menschen lachen und dann sind sie tot, dieser satz geht mir seit tagen nicht aus dem kopf und ich weiß nicht mehr, woher er kommt.

donald draper (ich bin wieder drin in mad men) fährt mit seiner affäre im auto richtung strand, nacht, beide komplett besoffen, sie schaut aus dem fenster und sagt seufzend wie schön das doch alles ist, der moment, er guckt geradeaus und sagt nach einer kurzen pause so weird lächelnd: i don’t feel a thing.

meine hautärztin attestiert mir über das telefon eine leichte anämi-hie, sie sagt es so flötend, es klingt wie eine sonate 19. jahrhundert, ok coo-hool, will ich zurückflöten, danke für die inf-ho.

die tage reihen sich aneinander, sind ausgefüllt oder merkwürdig schwammig, lustig und absurd, bedeutungslos und schön, wie tage eben sind.