16.03.2019: seen

ich tauche aus diesem see der nostalgie diese woche immer nur kurz auf, kopf noch halb unter wasser, alles schwappt in wellenförmigem gleichmut dahin. zwischendurch das gefühl, mir selbst beim zusammenkehren der letzten reste vermeintlich unbeschwerter jugend zuzusehen, viele gedankenspiralen winden sich ums älterwerden. es ist wahrscheinlich so: erste male werden rar und irgendwann sterben sie ganz aus, die intensität des erlebens verliert leuchtkraft, glimmt noch ein bisschen vor sich hin und erlischt irgendwann, das ist es dann. ich finde die vorstellung beruhigend und furchtbar gleichzeitig.

vielleicht aus dieser stimmung heraus am freitagnachmittag auf nachhauseweg den plötzlichen impuls gehabt spanish sahara von foals zu hören, seit jahren, instant gänsehaut, es ist eigentlich wahnsinn wie sich diese bestimmte anordnungen akustischer elemente irgendwo reinbohrt und immense feelings triggert, man muss dafür bereit sein. bei spanish sahara ist es portugal mit f., spaghetti mit erdnusssoße, wir fahren moped durch hinterland der algarve und alles ist so weit und offen, zukunft eigentlich nur ein begriff. irgendwann kommen wir an einen see und sagen in meiner erinnerung lange nichts und gucken nur, glücklicherweise machen wir ein sentimentales foto für facebook (lol).

als ich heute gezwungen durch einkauf das haus verlasse wirkt alles wie eine einzige depression, das licht ist farblos, die straßen unnatürlich leer für einen samstag, es ist als hätte einfach niemand lust, den öffentlichen raum zu füllen, oder es war fußball vielleicht. forget the horror here/ leave it all down here/ it’s future rust and it’s future dust singen foals

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