14.03.2019

„paris war wie alle städte gemacht, um einsamkeit zu erzeugen“ schreibt houellebecq in serotonin, an den satz muss ich denken als ich heute morgen aus dem bus heraus eine junge frau beobachte, kapuze mit fellapplikation bis zu ihren zeitaufwendig gestylten augenbrauen tief ins ausdruckslose gesicht gezogen, an der haltestelle den kopf an die glasscheibe gelehnt und zigarettenrauch ausatmend, so als würde sie versuchen alles auszuatmen, was an diesem tag noch auf sie zukommt, der rauch hüllte ihren kopf noch eine weile ein, dann fuhr mein bus weiter.

es ist ein wiederkehrender gedanke, den ich habe, dass es die stadt, diese und jede andere, auf dauer nicht sein kann, sie multipliziert alles auf unnatürliche art und weise, die schönen und die traurigen tage und sie ist immer zu viel da.

ein mann mit einem gesicht, bei dem man sich nicht mehr vorstellen kann, wie es mal als kind aussah, hat mir heute über mehrere minuten hinweg monologisch erklärt, warum gendergerechte sprache den mann benachteiligen würde, überhaupt, warum die diskussion, wenn jemand „die menschheit“ sagen würde, würde er sich schließlich auch angesprochen fühlen.

„die gesellschaft ist eine maschine zur zerstörung der liebe“ lässt houellebecq seine figur im selben kapitel denken. ansonsten war es ein nasser tag mit trockenem humor und zukunftsträchtigen momenten.