21.02.2019: hector

heute morgen mit dem dringenden bedürfnis aufgewacht, einen esel zu sehen. ich erinnere mich an den zoo, in dem ich schon mal war und fahre am frühen nachmittag mit ullis fahrrad, das mir etwas zu groß ist, durch klares wetter, das überschaubare gewusel der stadt und ein paar studenten, die in frankreich immer aussehen wie neuntklässler, hin.

der parc zoologique de montpellier ist eigentlich kein zoo sondern ein riesiges bewaldetes terraing, fast 60 hektar, ein bisschen oberhalb der stadt gelegen. es gibt hauptsächlich tiere aus afrika oder asien die vom aussterben bedroht sind und sie haben alle weitläufige gelände für sich.

hector steht eigentlich nur da und frisst, versteckt hinter seinem heu. ich bin straight zu seinem gehege gelaufen, das er sich mit einer mendesantilope teilt, ihren namen hab ich vergessen. hector kommt aus somalia und ist seit 2008 in montpellier. er ist größer als ein normalo esel und hat wunderschöne gestreifte beine, wie ein zebra. seine art ist stark gefährdet, quasi ausgestorben, aber hector reproduziert sich fleißig, heißt es auf der infotafel: er hat schon vier nachkommen gezeugt und der park will mit hectors hilfe wieder eine stabile population der somalia esel aufbauen. ich schaue hector relativ lang beim fressen zu, er strahlt enorme ruhe aus.

ich gucke noch in ein paar andere gehege. geparden, papageien, nashörner und bären scheinen meine mood zu teilen: sie üben sich im nichtstun. leider wird der park immer voller und die sonnenbebrillten menschen fangen an zu nerven. als ein girl neben mir erst so anlockende geräusche von sich gibt und dann ein selfie mit einer löwin machen will, die sich ca 20m entfernt tiefenentspannt in der sonne rekelt, empfinde ich das als übertrieben respektlos und verlasse den park.

ein bis zwei esel und ein kleines haus in der region, ein bisschen außerhalb, wo nicht so viele sonnenbebrillte menschen sind, denke ich auf dem heimweg, so könnte es klappen. ein esel würde hector heißen

 

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