17.02.2019: paris

in der nacht seit längerem wieder heftige verachtung gegen das sozialromantische konzept wohngemeinschaft empfunden. der schlaf, den ich nachholen wollte, wurde mir von Ps mitbewohner, seinem besuch und deren spontanem after-saufen-sit-in begleitet von schmerzendem EDM geraubt. die müdigkeit mittlerweile bleiern.

im nach wie vor surreal wirkenden frühlingswetter auch ansonsten eher schizophrene umkehrung gestriger seeligkeit: was für eine asoziale stadt eigentlich. die viel zu vielen menschen sind sich so nah und gleichzeitig fern, wie sardellen in flachdosen werden sie zusammengepresst, hassen sich dafür oder haben sich in krankem gleichmut damit abgefunden, lassen sich schubsen im rhythmus der stadt und werden langsam aber sicher wahnsinnig. in metro-gesichtern unterschiedlichste zuckungen. die rolltreppe bei charles de gaulle – étoile ein bisschen defekt, sodass sie in regelmäßigem loop ein kreischendes geräusch machte, das wie ein schrei von einem kind klang. außerdem neu und überall: elektrische cityroller, auf denen leute im endeffekt so dumm aussehen wie auf segway, nur das vehikel ist nicht ganz so offensichtlich ehrenlos. desillusion im strahlenden sonnenschein.

„es war schön, über unsere probleme zu reden“ sagt K nach langem spaziergang an der seine. „die stadt geht nur in homöopathischen dosen, so wie alles“ sagt A. zu naturtrübem rotwein im 11. arrondissement. ganz froh, morgen weiterzufahren.