paris 17

es gibt hier zwischen avenue de clichy und rue de tocqueville viele kleine läden wo man alles mögliche kaufen kann oder zumindest angucken und frauen mit roten kurzhaarfrisuren ab mitte fünfzig würden so vor irgendwas im shabby chic stehen bleiben, die hände in den seitentaschen ihrer farbenfrohen steppjacke und zu ihrer freundin ulli sagen guck mal ulli das ist aber süß. es gibt auch ein veganes café hier das sehr hässlich eingerichtet ist also wirklich furchtbar mit so abba prince rockabillymischung man stürzt seinen laschen filterkaffee mit selbstgemachter aber sehr dünner mandelmilch für 4,50€ nur so runter damit man schnell wegkommt weil michael jackson unterschiedlicher alters- und hautfarbenphasen einen von überall so scheinheilig angrinst als wäre er jemals glücklich gewesen.

aber naja immerhin gibt es ein veganes café hier das sagt schon viel über das viertel und dass ich um 15h der einzige gast bin sagt auch viel über das viertel . es wäre nämlich gerne hipper und jünger aber es gibt keine hippen junge leute sondern eher junge gutverdienende urbane familien und ältere leute die schon ewig hier wohnen, anderes lassen die mieten nämlich nicht zu, nichts an diesem teil des 17. ist jedenfalls rough oder spannend aber ich bin sicher es gibt hier einen fantastischen metzger mit stammkundschaft und wahrscheinlich einen kleinen markt mit regionalen produkten jede woche samstag, alles hier schreit nach gemütlich-gesetzter biobürgerlichkeit.

die gentrifizierung war schon da bevor irgendwas hätte gentrifiziert werden können und ich verlasse schnell dieses wirklich hässliche café das einfach zur falschen zeit am falschen ort war und außerdem gerade mickael jacksons version von all i want for christmas is you angespielt wird (vorher gab es keine musik)

dav